Wovon wir Menschen leben...
Ein Engel war ungehorsam gegen Gott - so erzählt eine Geschichte von Tolstoi -
und Gott strafte ihn, indem er ihn nackt und flügellos auf einen Kirchhof in einem russischen Dorf stürzen lies.
Ein armer Schuster rettete ihn, ohne von seiner göttlichen Herkunft zu wissen, vor dem
Erfrieren, gab ihm Kleidung, Nahrung und Obdach; dann behielt er ihn als Schusterlehrling.
Die Jahre vergingen. Eines Tages lächelte der Engel und auf seinem Gesicht leuchtete ein so strahlendes Lächeln, dass der Schuster sich über die Herkunft seines Gastes zu wundern begann und ihn
fragte, warum von ihm so ein Leuchten und Strahlen ausgehe.
Da gab sich der Engel zu erkennen und erklärte, dass die einzige Möglichkeit für ihn, in den Himmel zurück zu kehren, darin bestehe, hier auf Erden zu lernen und zu verstehen, wovon die Menschen
leben.
Einiges hatte er bereits gelernt, als er, in der Verkleidung eines Menschen, auf dem Kirchhof vor dem Erfrieren gerettet worden war. Jetzt, so fuhr der Engel fort, hatte er klar erkannt, dass die
Menschen nicht allein, jeder für sich, leben können, sondern dass sie einander brauchen und dass es die LIEBE sei, wovon die Menschen leben…
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